Und sie wateten in Blut die ganze Nacht…

26 04 2009

Eins der tollsten Sachen an diesem Hobby ist, dass es einen an Orte führt, die man so wahrscheinlich nie besucht hätte. Gestern führte uns das Filmen in das P.I.L. Studio in Dinslaken, das uns Andi Petry für den Nachmittag als Location zur Verfügung gestellt hat. Zumindest waren wir für den Nachmittag eingeplannt, im Endeffekt haben wir den armen Andi auch noch den Abend hindurch beschäftigt, sowie einen Teil der Nacht lang – meine Zeitplanung hat sich wohl doch noch nicht so sehr verbessert.

Wie zu erwarten hat uns eine Szene, die im Rohschnitt gerade mal 4 Sekunden einnimmt, den Großteil der Zeit auf Trab gehalten. Aufbau und Abbau haben über zwei Stunden in Anspruch genommen, eingeschlossen grandioser Sauereien wie einem Eimer Kunstblutsuppe, der durch eine defekte Spüle die Küche flutete – mjams!

Doch „wat zählt is auf’m Band“ und die Aufnahmen sind ziemlich gut geworden. Danke nochmal an Andi, der so eine Engelsgeduld mit uns hatte, im Laufe der Woche gibts dann noch ein paar Fotos vom Set, die Jessy geschossen hat.





Blutspritzeranalyse

23 04 2009


Auf YouTube in HD ansehen

Und, wie habt ihr heute euren Feierabend so verbracht?





Kommt Zeit, kommt neuer Workflow

23 04 2009

Vor rund anderthalb Jahren habe ich an dieser Stelle noch behauptet, dass ich in der nächsten Zeit die HDV-Videodateien wohl eher nicht direkt in meinem Videoschnittprogramm bearbeiten werde. Jetzt kommt das Statement in die Tonne – errare romanum est.

Bei einer Bastelei zwischendurch hatte ich nicht genug freien Festplattenplatz um meinen normalen Workflow, das Umwandeln in verlustfrei komprimierte AVI-Dateien, durchzuziehen. Also habe ich die vom Band ausgelesenen M2TS-Files direkt in After Effects geschoben und einfach mal geschaut, ob man damit arbeiten kann.

Zu meiner Überraschung kann man in der aktuellen Version CS4 richtig gut auf diese Weise arbeiten. Die Vorschau arbeitet sogar dezent schneller als mit den AVI-Dateien, da ich nur das Minimum an Filtern und Codecs installiert habe, scheint die Decodierung auch komplett ohne Quicktime und Konsorten auszukommen. Auch beim Export habe ich, statt über einen AVI-Export und MeGUI zu gehen, direkt über den eingebauten MainConcept-Encoder als MP4 exportiert. Hat zwar ewig gedauert, die Qualität war aber einwandfrei.

Daran könnte ich mich gewöhnen. Jetzt muss ich nur ein paar Detailfragen durchchecken (z.B. wie die verschiedenen möglichen Farbräume gehandhabt werden) und überlegen, ob ich mitten im laufenden Projekt auf den neuen Workflow umstelle.





Fake Tilt-Shift Spielerei

8 04 2009

Hier habe ich in 5 Minuten mal eben etwas ausprobiert, dass man Fake Tilt-Shift, Fake-Modell oder Smallgantics-Effekt nennt. Mit ein bisschen Photoshop-Trickserei macht man das, was bisher nur mit Spezialobjektiven möglich war – aus normalen Motiven scheinbare Modellfotos zu zaubern.

Hier das Original auf FlickR ohne Nachbearbeitung.
Der Eindruck entsteht dadurch, dass Kameras üblicherweise ähnlich wie das menschliche Auge abbilden, und das Auge eine so geringe Schärfentiefe auf Distanz nicht bietet. Eine Ahnung, in welchem Rahmen man so einen Effekt filmisch einsetzen könnte, habe ich zwar nicht, eine nette Spielerei ist es aber trotzdem.





Was versteht ihr unter „Low Budget“?

6 04 2009

Ganz früher hatte dieses Blog mal die Tagline „Adventures in No-Budget Filmmaking“. Ja, damals habe ich es noch mit Englisch versucht, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Meine Budgetdefinition war immer ganz einfach – es ist ungefähr das, was ich gerade übrig habe. Seit ich angefangen habe, sind sicherlich ein paar tausend Euro für Hardware, Software, Drehgenehmigungen, Sprit, und was da alles kommt, draufgegangen – doch was für Definitionen gibt es da eigentlich?

Zum Begriff Low Budget sagt Wikipedia US, dass der Begriff relativ zum Ursprungsland und zum Genre gesehen werden muss. Ein amerikanischer Actionfilm für 20.000.000US$ sei Low Budget, während das gleiche Geld für eine Komödie schon eher normal wäre. Hmf – eindeutig zuviele Nullen für meinereiner. Stapeln wir noch eine Definition tiefer.

Stand da nicht was von No Budget? Googlen wir mal „No Budget“.

Auch dazu hat Wiki etwas zu sagen. Ein produzierter Film, gemacht mit wenig oder mit ohne Geld (sinngemäße Übersetzung). Doch auch hier gibt es abweichende Zahlen in dem Artikel. Eine Definition hat die Hausmarke von 5.000US$ – meines Erachtens schon eine Menge Holz.

Wo würdet ihr die Grenze setzen? Kann man eine Grenze überhaupt am Budget festmachen? Oder ist No/Low Budget mehr bestimmte Art, Filme zu drehen?