Und warum wollen Sie auf eine Filmschule?

18 05 2009

Am Wochenende habe ich mich im schönen Köln herumgetrieben, um an ihrem Tag der öffenen Tür der ifs einen Besuch abzustatten.

Während ich mir so die verschiedenen Programmpunkte und die ausliegenden Unterlagen anschaute, drängte sich mir hauptsächlich die Frage auf, warum ich überhaupt aus einem stabilen Job (wo man Geld bekommt) zurück auf die Schule möchte (wo man Geld bezahlt).

Dabei sind drei K’s herausgekommen – Kontakte, Können und Kontext.

Kontakte – auch wenn nachgewiesen ist, dass man auch alleine etwas auf die Beine stellen kann, bleibt die ganze Sache ein Teamsport. Und wo lernt man besser Mitstreiter kennen, als an einer Filmerschule? Immerhin hat man 6-8 Semester mit denen zusammen gelernt und gelitten und in den Praxisanteilen vielleicht sogar schon zusammengearbeitet.

Können – das war mal Handwerk, drei K’s klingt nur besser als zwei K’s und ein H. In der Tat gibt es eine Menge an Wissen, dass aufgenommen werden will. Charakterisierung, Lichtsetzung, Umgang mit Schauspielern, eine Menge Trial und vor allem eine Menge Error, wenn man sich das selbst erarbeitern will.

Kontext – jetzt wird’s psychologisch. Das Eintauchen in eine neue Umgebung verändert die Sicht auf die Dinge und auf einen selbst. Das habe ich zuletzt in meinem Abendstudium an der DAMK gemerkt. Die Fähigkeiten, die im alten Alltag vor sich hin gammelten, werden auf einmal unheimlich aktiv, es kommt viel mehr zustande, als man alleine durch die anderen K’s erklären kann. Das Wunder der Anpassung.

Und ja, ich weiss, dass drei K’s vorbelastet sind – über den Kuh Klau Klub schreibe ich vielleicht ein anderes mal noch was.

Wo wir jetzt das große Warum geklärt haben, kommen wir zum ebenso großen, aber noch spannenderen Wie. Ganu ausser acht gelassen, ob ich überhaupt die Aufnahmetests schaffe, wollen Studiengebühren und Lebenshaltungskosten irgendwie getragen werden – das Problem stellt sich nicht nur an der ifs, sondern an allen Filmschulen, die es noch so gibt.

Ein alternativer Plan wäre es, sich als Sklave an eine Produktionsfirma zu verkaufen und bei den Praktikern mitzulaufen, bis genug Wissen abfällt. Aber bringt man heutzutage Assis noch was bei oder achtet man eher drauf, das keine billigen Arbeitskräfte wegfallen? Fragen über Fragen…


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Eine Antwort

18 05 2009
Lör

Das ist mit Sicherheit eine schwierige Frage (und übrigens hast du deine Unterlagen liegenlassen …) die man nicht direkt beantworten kann.

Ich finde, noch bist du jung genug und hast auch noch Elan, um dich in die Filmerei reinzuknien – und du hast Talent und bist ein vertrauensvoller Regisseur, Kameramann, Produzent. Ich kann mir schon vorstellen, dass du damit erfolgreich sein könntest.

Die Kosten sind natürlich etwas anderes, aber ich glaube, diese Sorge teilst du dir mit 90% der Filmstudenten in spe.
In dieser Infobroschüre waren doch Bewerbungsaufgaben drin. Warum versuchst du nicht erstmal, die für dich zu lösen, so als Test? Versuch’s doch einfach mal!

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