Rücksturz zur Erde

6 04 2009

Wie schon angedroht, stürmten wir am vergangenen Sonntag die Jugendherberge in Düsseldorf. Die JH hat ein sehr cleanes Design, ganz anders vom dezenten Chaos, was ich sonst so aus Jugendherbergen kenne. Wenn die Mehrstockbetten nicht wären, könnte man sie auch für eine Niederlassung der großen Business-Hotelketten halten.

Man kann jetzt natürlich geteilter Meinung drüber sein, ob man ein JH-Zimmer mieten muss, wenn man nur einen Tag lang ein Doppelstockbett braucht. Im Endeffekt bin ich wohl einfach dem Gedanken erlegen, dass ich das Bett weder transportieren, aufbauen, abbauen noch anschließend lagern muss.

Wir haben unseren Drehplan gut geschafft, man könnte sogar behaupten, dass das erste Mal meine Aufwandsschätzung hingekommen ist. Sollte ich etwa doch noch lernen, realistische Zeitplanungen zu machen?

Der erste Einsatz meines neuen Vorschaumonitors verlief leider dezent katastrophal. So ein Monitor braucht ja eine Kabelverbindung zur Kamera und ein beherzter Ruck am Monitor kann da schonmal zum Kippen des Stativs führen.

Zu den bestätigten Verlusten gehören ein Schnellspanner und ein HDMI-Kabel. Die Canon HV20 ist anscheinend stabiler, als sie aussieht. Das Display schließt nicht mehr richtig und die Vertiefung für den Stativ-Haltepin ist leucht ausgedellt. Um zu sehen, welchen Schaden Optik und Elektronik genommen haben, muss ich das Gerät wohl erstmal einschicken – nervig.





Neues Spielzeug

2 04 2009

So ein Kameradisplay ist zwar eine feine Sache, aber es ist zum einen für Brillenträger wir mich zu winzig um die Schärfe richtig zu begutachten und zum anderen schnibbelt es gerade bei hier eingesetzten Canon HV20 ein nicht unerklägliches Stück vom aufgenommenen Bild ab. Das führt dann zu nicht ganz so lustigen unerwünschten Elementen im Bild – nervig.

Ein richtiges, externes Vorschaudisplay in voller Auflösung ist leider erst ab 600€ zu erstehen und – dieses Geld würde ich lieber in ein Kurzfilmbudget stecken und etwas öfter auf den Autofocus vertrauen. Aber nicht verzagen, über HV20.com habe ich den Hinweis auf ein brauchbares Display auf eBay gefunden, welches summa summarum auf gerade mal knapp über 200€ kommt. Obwohl, ich sollte nicht Display sagen, eher Multifunktionsmultimediaplayer-DVD-Player für unterwegs, rein zufällig mit HD-ready Siegel und somit zumindest hochauflösend und mit HDMI-Eingang ausgestattet.

Für einen ausgiebigen Test wird am Sonntag genug Zeit sein, wenn wir die JH Düsseldorf stürmen. Bisher hat das Gerät mit der Typenbezeichnung Meos MEO-DVDM133B einen ganz guten ersten Eindruck hinterlassen. Zwar etwas groß für ein Vorschaudisplay und sicherlich nicht sonderlich gut farbzukalibrieren, aber dafür nicht wahnsinnig schwer (laut Personenwaage rund 2,4kg) und mit praktischem Tragegriff und Aufstellwinkel ausgerüstet. Da man für das Geld normalerweise nichtmal ein Gerät in SD-Auflösung kriegt, kann man echt nix sagen.





Der Hund hat meine Videos gefressen

1 03 2009

Meine Videochallenge hängt ein bisserl hinterher – ich habe zwar genug Rohmaterial, aber für Zuverässigkeit  ist meine Nachbearbeitungspipeline anscheinend echt nicht angelegt. Mein Farbkorrekturplugin in After Effects hat angefangen zu spinnen, die Testversion der aktuellen Fassung funktioniert nur in der Vorschau, und das war erst der Donnerstag.

Freitag und Samstag war ich mit Laura bei Winni in Bielefeld um die ersten Szenen für DWDG zu drehen. Das hat super geklappt, nur habe ich auf dem Rückweg das Ladegerät für meine Videokamera verloren. Abends  bin  ich dann beim Überspielen auf den PC weggepennt, so dass der Akku auch tatsächlich so gut wie leer war, als ich das zweite Band zum Überspielen einlegte. Vielleicht hätte es noch geklappt, wäre nicht wischendurch die Festplatte vollgelaufen, so dass ich nochmal zurückspulen und von vorne anfangen musste. Nebenher habe ich mir noch auf geradezu fahrlässig doofe Weise Malware auf die Platte gezogen, die meine Benutzerprofile durcheinandergebracht hat.

Ja, das klingt jetzt alles nach der üblichen Ausrede „Mein Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“, aber sowas passiert im echten Leben tatsächlich.

Nunja, jetzt leihe ich mir erstmal das Akkuladegerät der Digiknipse meiner Mutter aus. Ich danke den Ingenieuren bei Canon, dass die für die meisten Modelle die gleichen Akkutypen vorsehen.





Canon Legria HV40 – Im Westen nichts Neues

7 01 2009

Unlängst hat Canon seine neue HDV-Kamera, die Legria HV40 herausgebracht. Ich persönlich bin mit der alten Canon HV20 in das HD-Hobbyfilmen eingestiegen – damals kamen die HVs noch ohne schmucken Beinamen aus. Natürlich interessiert es mich, welche Modellpflege Canon bei der aussterbenden Gattung der Bandkamera noch betreibt. Der Vergleich der Datenblätter hat ergeben, dass die Modellreihe seit meinen Schätzeken einfach nur auf der Stelle tritt.

HV10 – Das Urmodell der HV-Serie


HV20 – Neue Bauform und Eingang für Mikrofone


HV30 – Die Kamera ist jetzt schwarz…

Legria HV40 – Ein Knopf wird umbelegt…

Um fair zu sein, bei den NTSC-Verianten hat sich die Weiterverarbeitung des 24p-Formats vereinfacht, aber erstmal wäre das auch mit einem Update der Kamera-Firmware getan und wir als Käufer der PAL-Variante haben da sowieso wenig von. Wir arbeiten seit eh und jeh mit einem unkomplizierten 25p-Format (abgeleitet von unserem Fernsehformat) und haben garkeinen Zugriff auf diesen Modus, auch der mit der HV30 eingeführte 30p-Modus ist in der PAL-Variante nicht enthsalten.

Wer sich jetzt eine HDV-Kamera zulegen möchte, sollte lieber nach einer heruntergesetzten HV20 oder HV30 Ausschau halten. Noch interessanter ist allerdings eines der neuen AVCHD-Modelle – die SF100. Diese zeichnet Video wie eine Digiknipse auf SD-Karten auf und hat, anders als die Vorgänger, auch endlich wieder alle wichtigen Funktionen, wie die Anzeige von Zebrastreifen, an Bord.





Reinigungshinweise

8 12 2008

Nachdem in letzter Sekunde ein Drehtermin ins Wasser (oder besser gesagt, in den Schnee) gefallen war, musste ich mir etwas anderes ausdenken um am anderen Ende der Stadt irgendwie eine Kamerafahrt an der East Side Gallery entlang in den Kasten zu kriegen. Mein Plan C bestand darin, die Sackkarre von der Arbeit auszuleihen, meine Kamera dranzutapen und so eine Art Ein-Mann-Ghetto-Dolly zu bauen.

Der Plan ging natürlich grandios in die Hose. Eine der Grundlagen eines Ghetto-Dollys ist die Dämpfung durch das Gewicht der Person auf der Sackkarre. Da ich mich schlecht selber schieben konnte, lag ausser den paar Gramm der Canon HV20 kein Gewicht auf – die Konstruktion zitterte bei jedem Steinchen auf dem Gehweg. Handheld aufzunehmen wäre fast genau so gut gekommen.

Nerviger war allerdings die Überraschung, als ich das Tape von der Kamera abmachte um die Sackkarre wieder ins Lager zu bringen. Die Klebeschicht dachte gar nicht daran, sich vom hübschen Silbergehäuse zu trennen, weder der Einsatz von Fingernägeln noch von Reinigungsbenzin hatte einen nachhaltigen Effekt.

Die Rettung nahte in Form des Reinigungsteam, dass am Abend das Büro stürmte. Nach einem flehentlichen Blick holte eine Fachkraft „Dreiturm Spontan Fleckenentferner“ aus der Trickkiste und hatte die Kamera in unter zwei Minuten von jedem Kleberest befreit. Und nach Orange roch sie auch noch. Das ist mal Service!

Krane: Class, what did you learn from this exercise?

SenorKaffee: To use higher quality adhesive tape in the future and to find a shop that carries this stain remover?

Krane: No Jeeves. The lesson is to keep tape away from your camera body. That why they make camera supports.