Vor etwas über eine Woche bin ich mit dem 365-Tage Videoprojekt gestartet. Schonmal vorab – es ist anstrengend. Es ist anstrengend, und ich denke, ich werde es kein ganzes Jahr durchhalten. Vielleicht nicht einmal 100 Tage.
Wo drückt der Schuh?
Mal überlegen.
- Mit dem Druck auf die STOP-Taste ist es noch lange nicht getan
Digitales Video will auf die Festplatte kopiert werden, gesichtet werden, geschnitten werden, farbkorrigiert werden, vertont werden, ausgerendert, komprimiert und hochgeladen werden.
- Ich muss schlafen
Um halb fünf Uhr morgens fängt der Wecker an zu röhren und ich komme erst um kurz vor acht Uhr abends in meine Hütte zurück – vorausgesetzt, ich plane keine Freizeitaktivität ein. Selbst wenn um um Mitternacht mit dem kreativen Teil durch bin, kann sich der technische Teil noch Stunden hinziehen. Mehr als vier Stunden Schlaf habe ich in der letzten Woche nur am Wochenende bekommen.
- Niemand ist komplett frustresistent
Für ein gutes Ergebnis mache ich gerne mal eine Nacht durch, das steigert dann allerdings ordentlich die Erwartungshaltung. Wenn ich also wie ein Zombie morgens den Upload auf YouTube starte (der Rechner war wertvolle Schlafenszeit mit Komprimieren beschäftigt) und dann in der Mittagspause die Erkenntnis dämmert, dass der Upload über meinen kleinen Upstream mal wieder fehlgeschlagen ist, kriegt man schon son Hals.
Das wäre alles natürlich etwas einfacher, wenn ich ein VLOG machen würde. Ein paar Minuten in die Webcam gelabert, ein paar großzügige Schnitte und ab ins Netz damit. Aber ich mache das schließlich, um zu üben. Ich möchte jeden Tag etwas anderes zeigen, bevorzugt etwas, was ich immer schonmal ausprobieren wollte.
Noch mehr so bekloppte Leute
Beim Stöbern bin im Internet nach ähnlichen Projekten bin ich nicht nur auf ähnlich bekloppte Leute gestossen – ich bin noch auf einen gestoßen, der alles getoppt hat.
Sascha Assbach hat im Rahmen von 365minutes ein Jahr lang jeden Tag ein Video von mindesten 60 Sekunden Laufzeit ins Netz gestellt – insgesamt 391 Minuten und 11 Sekunden.
Sein Fazit kann man hier nachlesen:
365minutes – Meine Reise
365minutes – weitere Erkenntnisse
Es macht auf jeden Fall Mut, solche Erfahrungsberichte zu lesen. Bisher habe ich noch kaum Feedback auf die Videos gekriegt, aber ich denke, dazu muss ich erstmal eine denkwürdige Zahl erreicht haben. Zumindest eine zweistellige wäre ganz gut.
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