Lange Portraits

25 08 2009

Nachdem der Fotograf Clayton Cubitt offensichtlich den Videoknopf an seiner neuen Canon 5D Mark II gefunden hat, ist er auf die Idee gekommen, „long portraits“ zu machen – also lange Portraits. Videos, bei denen sich der Mensch vor der Linse in Pose hinstellt und diese einige Minuten hält. Ich sage dazu auch gerne „lebendes Portrait“, weil man in der Zeit viel mehr Informationen aufnimmt, als in der hundertstel Sekunde, die eine Portraitaufnahme sonst einfängt.

Zur Übung habe ich auch ein paar „long portraits“ aufgenommen, von den Studio Special Place Stammmodels Monty und Laura sowie ein kleines Selbstportrait.


Monty


Laura


Michael

Was ist deine Meinung zu den langen Portraits?
Ich freu mich auf deine Kommentare.





Brandheisser Bewerbungsfilm trotzt steineschmeissenden Schaulustigen

11 06 2009

Was man auf diesem Bild nicht hört (…) ist eine Horde seltsamer Menschen oben auf dem Hügel, die es sich dort mit einem Kasten Bier gemütlich gemacht hatten um, ähm, keine Ahnung – wahrscheinlich um den Kasten zu leeren. Auf halber Höhe drehten wir die letzten Einstellungen für Michael Cherdchupans Bewerbungsfilm „I feel the Flame“. Während ich es vor ein paar Stunden mit meinem mittelalterlichem Gewand noch ganz gut davongekommen war, musste Micha selbst jetzt nur mit einem Bettvorleger bekleidet als Steinzeitmensch den Hügel herunterjetten.

Ganz im Vertrauen, ich habe vollstes Verständnis, dass so eine kleine Filmcrew in Kostümen eine Schau ist. Deswegen dürfen von meiner aus auch alle Leute starren wie sie wollen – solange sie nicht den Dreh stören. Die bereits erwähnten Könige des Hügels hatten da allerdings eher andere Ansichten. Zum Gestarre kam erst Gekicher dazu, dass dann schnell in unverständliches Gejohle überging, als wären wir in einem Fußballstadium. Dann wurde unter erwähntem Gekicher und Gejohle irgendwelcher Dreck heruntergekickt, der uns zwar nicht erreichte, aber trotzdem nicht gerade förderlich für die Konzentration war. Bevor es dann in handfestes Steineschmeissen überging, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns wieder auf dem Weg – für ein paar Takes zur Sicherheit muss man ja keine Buxerei riskieren.

Beim Abstieg erzählte mir Micha noch, dass das bei den Außenaufnahmen zu seinem Abschlußfilm Seancé ganz ähnlich war. Mal ehrlich, was geht in den Leuten vor, die so Spaß daran haben, andere Menschen bei ihrer Arbeit zu stören?

Nunja, „I feel the Flame“ ist trotzdem termingerecht fertiggeworden und auf Michas Vimeo-Account zu betrachten.


[Auf Vimeo ansehen]





Blutspritzeranalyse

23 04 2009


Auf YouTube in HD ansehen

Und, wie habt ihr heute euren Feierabend so verbracht?





Was ich von einer Woche Videoprojekt gelernt habe

16 02 2009

Vor etwas über eine Woche bin ich mit dem 365-Tage Videoprojekt gestartet. Schonmal vorab – es ist anstrengend. Es ist anstrengend, und ich denke, ich werde es kein ganzes Jahr durchhalten. Vielleicht nicht einmal 100 Tage.

Wo drückt der Schuh?

Mal überlegen.

  1. Mit dem Druck auf die STOP-Taste ist es noch lange nicht getan

    Digitales Video will auf die Festplatte kopiert werden, gesichtet werden, geschnitten werden, farbkorrigiert werden, vertont werden, ausgerendert, komprimiert und hochgeladen werden.

  2. Ich muss schlafen

    Um halb fünf Uhr morgens fängt der Wecker an zu röhren und ich komme erst um kurz vor acht Uhr abends in meine Hütte zurück – vorausgesetzt, ich plane keine Freizeitaktivität ein. Selbst wenn um um Mitternacht mit dem kreativen Teil durch bin, kann sich der technische Teil noch Stunden hinziehen. Mehr als vier Stunden Schlaf habe ich in der letzten Woche nur am Wochenende bekommen.

  3. Niemand ist komplett frustresistent

    Für ein gutes Ergebnis mache ich gerne mal eine Nacht durch, das steigert dann allerdings ordentlich die Erwartungshaltung. Wenn ich also wie ein Zombie morgens den Upload auf YouTube starte (der Rechner war wertvolle Schlafenszeit mit Komprimieren beschäftigt) und dann in der Mittagspause die Erkenntnis dämmert, dass der Upload über meinen kleinen Upstream mal wieder fehlgeschlagen ist, kriegt man schon son Hals.

Das wäre alles natürlich etwas einfacher, wenn ich ein VLOG machen würde. Ein paar Minuten in die Webcam gelabert, ein paar großzügige Schnitte und ab ins Netz damit. Aber ich mache das schließlich, um zu üben. Ich möchte jeden Tag etwas anderes zeigen, bevorzugt etwas, was ich immer schonmal ausprobieren wollte.

Noch mehr so bekloppte Leute

Beim Stöbern bin im Internet nach ähnlichen Projekten bin ich nicht nur auf ähnlich bekloppte Leute gestossen – ich bin noch auf einen gestoßen, der alles getoppt hat.

Sascha Assbach hat im Rahmen von 365minutes ein Jahr lang jeden Tag ein Video von mindesten 60 Sekunden Laufzeit ins Netz gestellt – insgesamt 391 Minuten und 11 Sekunden.

Sein Fazit kann man hier nachlesen:

365minutes – Meine Reise
365minutes – weitere Erkenntnisse

Es macht auf jeden Fall Mut, solche Erfahrungsberichte zu lesen. Bisher habe ich noch kaum Feedback auf die Videos gekriegt, aber ich denke, dazu muss ich erstmal eine denkwürdige Zahl erreicht haben. Zumindest eine zweistellige wäre ganz gut.





Die 365 Tage Videoprojekt

9 02 2009

In der FlickR-Gruppe 365 Days geht es darum, ein Jahr jeden Tag ein Selbstportrait von sich zu inszenieren. Die Idee hat mich immer schon fasziniert – denn schließlich verführt man sich so dazu, sich jeden Tag mit Motivwahl, Kamerabedienung und Nachbearbeitung auseinanderzusetzen. Nicht zu letzt muss man ja erstmal auf 365 verschiedene Posen kommen – das bringt die kreativen Säfte zum Köcheln.

Nun will ich allerdings nicht das Fotografieren üben, sondern das Filmen. Also habe ich heute mein eigenes Jahresprojekt gestartet – in Form der Youtube-Gruppe 365 Tage Videoprojekt.

Zum einen, damit ihr auch mitmachen könnt, zum anderen, damit ich mich mal mehr mit dem sozialen Aspekt beschäftigen kann. Hier könnt ihr gleich beitreten!

Ich eröffne den Reigen mit Tag 001 – Startprobleme (08.02.2009).

Und jetzt mal ehrlich. Was denkt ihr – wie lange halte ich durch?