Ein Karton voller Filmideen

8 11 2008

Da ist es schon wieder passiert. In einem dieser besonderen Augenblicke hat euch die Muse geküsst und jetzt geht ihr mit einer neuen Filmidee schwanger. Eigentlich wisst ihr genau, dass erstmal nichts aus diesem Projekt wird. Vielleicht wennn ihr mal wieder hier und dort seid, vielleicht im Sommer, vielleicht aber auch erst in 10 Jahren, wenn ihr mal die Ressourcen dafür habt. Trotzdem sprudeln weiter die Ideen, hier krakelt ihr ein paar Dialogzeilen auf einen Zettel, macht ein Photo von der perfekten Location oder seht in einem Magazin das Kostüm, was perfekt für den Protagonisten wäre.

Damit diese Bruchstücke nicht verloren gehen, braucht ihr kein ausgefeiltes Dokumentenablagesystem. Schnappt euch einfach einen leeren Schuhkarton, schreibt mit einem Edding den Arbeitstitel eures zukünftigen Werks darauf und füttert euren neuen Ideepool mit jedem Fetzen, den ihr findet. Dank des praktischen Deckels geht auch beim Frühjahrsputz nicht verloren und ihr könnt jederzeit den Karton aus dem Regal nehmen und durchforsten. Das bringt die Synapsen zum Glühen und eure Muse dazu, vielleicht noch etwas Zuwendung zu verteilen.





Bewerbungsschreiben

2 06 2008

Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit den Ergebnissen der letzten beiden Drehtage – aber vergessen wir mal nicht, dass bisher nur Drehgenehmigungen für fast alle Sonnenblumen-Locations vorliegen. Fast heisst, es fehlen noch zwei – derer wären ein allerweltlich-diesweltliches Krankenhaus und ein ebensolches Schulgebäude. Bei der Verfassung des Drehbuches hatte ich natürlich schon gewisse Vorlagen im Kopf – nun heisst es, diese auch zu „kriegen“.

Um zu vermitteln, dass es hier um was Gutes und Handfestes geht und um nicht um einen Versuch mit vorgehaltener… well, Kamera… die Schränke auszuräumen, war ich fleissig und habe aus den diversen Textfiles und bisherigen Aufnahmen ein Konzept aufbereitet, dass ich bei Anfragen wie ein Bewerbungsschreiben verschicken kann. Das gibts natürlich nicht zum Download, ich will euch ja nicht totspoilern und vernünftig ausgedruckt siehts eh am besten aus. Sobald eine meiner Bewerbungen Erfolg hat, kriegt die Jubelschreie natürlich als Erste zu hören.





Videospiellogik

15 03 2007

95108906_d3bfc9cf00_m.jpgGestern hat mein Kollege Alexander, den ich als Regieassistenten bei Sonnenblumen zweckentfremden werde, etwas interessantes angesprochen. Ich hatte ihm gestern mein Drehbuch gegeben und er hatte mir via SMS schon vorgewarnt, dass er ein paar Probleme damit hat.

Er sagte mit, dass meine Protagonistin zuviel nach Videospiellogik handelt. Was soll ich denn jetzt unter Videospiellogik verstehen? Meinem Verständnis nach herrscht Videospiellogik, wenn die Charaktere eine Menge dumme Sachen machen müssen, um in der Story voranzukommen. Rätsel lösen um Schlüssel zu kriegen, die Türen zu noch mehr Rätseln und Schlüsseln öffnen, das ist für mich Videospiellogik. Stachlige Frisuren haben sicherlich auch was damit zu tun. Keiner meiner Charaktere hat eine stachlige Frisur!

Ein paar Minuten Konversation später habe ich es endlich begriffen. Es geht um das Art, wie Dinge zum Einsatz kommen. Ein Beispiel? Meine Protagonistin kriegt am Anfang der Story eine Karte. Sie hat keine Ahnung, wo auf dieser Karte sie sich befindet, also ist sie erstmal ziemlich nutzlos. Ein paar Szenen später nutzt sie die Karte auf einmal um ihren Weg zu planen, als hätte die Spieleengine auf einmal das Automapping eingeschaltet. Hm.

Sonnenblumen ist ein Tribut an eine bestimmte Spieleserie. Im Drehbuch kommt das ganz gut raus, ich möchte nur noch nichts verraten bis wir einen Teaser veröffentlichen können. Unter diesen Umständen ist ein bisschen Videospiellogik doch okay, oder? Solange meine Charaktere nicht menschliche Herzen oder Brathühnchen aus Mülleimern essen um ihre Energie aufzuladen….